sehr geehrter herr Bürgermeister
Eine grundsätzliche Stellungnahme will ich noch zur Entwicklung eines
mobilitätskonzeptes abgeben. Wie bereits erwähnt gehe ich davon aus, dass man
da eigentlich von den mobilitätsbedürfnisse der bürgern ausgehen sollte, und
sich Gedanken macht, wie die für die bürger am effizientesten erfüllen kann.
Dazu könnte man zb. Varianten beschreiben, entwickeln und bewerten.
Ich versuch es mal mit einer Fallstudie.
Nehmen wir an ein Bewohner oder eine Bewohnerin aus pöverding hat einen
Termin in melk. Die Fahrstrecke beträgt ca. 4 km.
Welche varianten gäbe es grundsätzlich? Welche vor-und nachteile hat diese
variante? Was ist an der variante interessant oder ausbaufähig?
+ zu fuss: ökologisch, gesund, aber zeitaufwendig, kommt für menschen mit
Gehbehinderung nicht infrage. Wegzeit hin und zurück ca. 2 h. Gepäck mit wenig
gewicht möglich. Nur bei zumutbarem wetter.
+ mit dem Fahrrad: weitgehend wie zu fuss, weniger Zeitaufwand, verlangt
gute Kondition, da Steigungen zu überwinden sind. Fahrradtauglichkeit ist Voraussetzung,
Wegzeit gesamt ca. 0,5 h.
+ mit dem elektrofahrrad: weitgehend wie oben, nur auch für
konditionsschwächer geeignet
+ mit dem lastendreirad: für mehr Gepäck. Aber mehr Kondition benötigend
+ mit dem lasten-elektrodreirad: weniger Kondition notwendig, keine
radfahrtauglichkeit mehr nötig, lasten bis 250 kg transportierbar, mit Kabine
auch bedingt schlechtwettertauglich. Anm. eine Anhebung der max.
antriebsleistung für solche elektrolastendreiräder von derzeit 600 watt auf
1000 watt wäre wünschenswert. Ab 600 watt muss das Fahrzeug derzeit zum verkehr
zugelassen werden.
+ taxidienst durch Nachbarn. Ein Fahrzeug mit sagen wir 1500 kg bewegt sich
8 km. Das entspricht einer Bewegungsleistung von 12 tonnenkilometer für die
gesamtleistung pro person.
+ fahrt mit dem eigenen pkw: wie taxidienst 12 tonnenkilometer
+ fahrt mit dem anrufsammeltaxi: taxi fährt von Bahnhof nach pöverding,
dann nach melk und zurück zum Bahnhof. Rückfahrt später in umgekehrter
reihenfolge. Das Sammeltaxi ist 2 tonnen schwer, es werden 3+4+2 + 2+4+3 km
zurück gelegt. Das entspricht einer massenleistung von 32 tkm.
+ Gründung einer mitfahrzentrale pöverding: die interessierten pöverdinger
vernetzen sich zb. Via WhatsApp und nutzen mitfahrmöglichkeiten. Die frau maier
will am Freitag vormittag einkaufen, die frau Huber hat um 10 uhr einen
arzttermin. Die Frau maier teilt sich den einkauf so ein, dass sie die frau
Huber um 9.30 uhr abholt und nach dem einkaufen um 11 uhr wieder vom Arzt
abholt. Natürlich gibt es hier auch unbekannte. Was passiert, wenn der
arzttermin oder der krankenhaustermin um zwei stunden länger dauert? Zusätzlich
könnte man ein fahrservice einrichten, falls nicht grad jemand wen mitnehmen
kann. Das könnte ein pöverdinger sein, zb. Ein junger pensionist, der mit
seinem Privatfahrzeug oder einem von der gemeinde geleasten Fahrzeug
transportdienste übernimmt. Im falle des transportdienstes ist die
massenbewegung ca. 13 tkm (+ je 500 m an- und abfahrt von Fahrer zu Klientin),
im falle der mitfahrgelegenheit rund 7 tkm pro personenzweck (zusätzliche wege
zu Klientin und von Zielort zu eigenem Zielort und wieder zurück.
Gelänge es mit dem taxidienst zwei Personen nach melk zu transportieren,
wäre der aufwand bei etwa 8 tkm pro personenzweck (es verlängert sich die
Fahrstrecke etwas, start – klient 1 – klient 2 – ziel 1 – ziel 2 und dann
wieder das selbe zurück.
Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Einige varianten hab ich
wegen zu hoher kosten weggelassen. Ein Transport mit einer eigenen ubahn, mit
einem Zeppelin oder einemhubschrauber (außer im falle einer menschenrettung)
scheint nicht sinnvoll. Und Katapulte sind für diesen zweck noch zu wenig
ausgereift.
Mfg hans kreimel